Hinter der Grenze bleibt der Griff zur Zapfpistole vorerst deutlich günstiger. Polen hat sein Spritpaket erneut verlängert: Die Mehrwertsteuer auf Benzin und Diesel bleibt bis zum 15. Juni bei acht statt 23 Prozent. Auch die Akzise, also die polnische Verbrauchsteuer auf Kraftstoffe, bleibt abgesenkt.
Für deutsche Autofahrer, die zum Tanken nach Polen fahren, ist das mehr als eine Randnotiz. Die Entlastung wirkt direkt auf den Preis an der Zapfsäule. Zusätzlich setzt das polnische Energieministerium weiterhin Höchstpreise fest, die von den Tankstellen nicht überschritten werden dürfen. Für das Wochenende vom 30. Mai bis 1. Juni liegen sie bei 6,05 Złoty für Benzin 95, 6,63 Złoty für Benzin 98 und 6,34 Złoty für Diesel. Umgerechnet sind das etwa 1,43 Euro für Benzin 95 und 1,50 Euro für Diesel.
Der Abstand zu Deutschland bleibt damit spürbar. Nach ADAC-Angaben kostete Super E10 im bundesweiten Tagesdurchschnitt am 28. Mai 1,940 Euro, Diesel 1,904 Euro. Bei einer 50-Liter-Tankfüllung kann der Preisvorteil rechnerisch gut 20,– € bis 25,– € betragen. Abgezogen werden müssen allerdings die Fahrtkosten, der Wechselkurs der eigenen Bank und mögliche Kartengebühren.
Rechtlich ist das Tanken in Polen für den privaten Eigenbedarf weiterhin erlaubt. Nach Deutschland darf der volle Fahrzeugtank mitgebracht werden. Bei Reservekanistern gilt besondere Vorsicht: Der deutsche Zoll beanstandet bei Fahrten innerhalb der EU bis zu 20 Liter im Reservebehälter in der Regel nicht, sofern der Kraftstoff für dasselbe Fahrzeug bestimmt ist. Größere Mengen können energiesteuerpflichtig werden.
Für Grenzpendler und Ausflügler bleibt Polen damit vorerst ein günstiges Tankziel. Sicher ist aber auch: Die Regelung ist befristet, und die konkreten Höchstpreise können sich von Veröffentlichung zu Veröffentlichung ändern. Stand jetzt läuft das polnische Spritpaket bis zum 15. Juni.
